Menschen im Blickpunkt: Thomas Kahlenberg


Thomas Kahlenberg ist nicht nur begeisterter Fan von GreenSeconds, sondern ist auch für den Umweltschutz aktiv. Außerdem gestaltet er auch bei seiner Arbeit, Johnson Controls die Umwelt neu. Privat sorgt er dafür, dass er seinen CO2 Ausstoß so gering wie möglich hält:

 

 

 

 

 

 


Was ist deine Aufgabe innerhalb der Firma 
Johnson Controls?

Meine Aufgabe bei Johnson Controls besteht darin, auf europäischer Ebene für den Bereich Operations (Ausführung und anschließendes Monitoring von Erfolgsgarantieverträgen) länderübergreifende Strukturen und Prozesse zu schaffen, die uns in die Lage versetzen, die gewonnenen Projekte hinsichtlich Qualität, Zeit und Kosten in optimaler Weise umzusetzen.


Ist dir bekannt, welchen CO2 Fußabdruck deine Firma (Johnson Controls) hinterlässt? Klimaanlage, Licht, Wasserverbrauch, usw.

Johnson Controls erstellt jedes Jahr als Teil seines Geschäftsberichts einen Sustainability Report (Umweltbericht), der knapp 60 Seiten umfasst. In diesem Bericht wird die Strategie des Unternehmens zu allen Umweltaspekten, die bei der Erbringung unserer Produkte und Dienstleistungen relevant sind, erläutert und mit Kennzahlen unterlegt. Dieser Bericht umfasst u. a. folgende Bereiche:

  • Materialverbrauch und –recycling-Anteile
  • Energieverbrauch
  • Wasserverbrauch
  • Emissionen, Abwässer und Abfälle
  • Biodiversität
  • Transport
  • etc.


Was sind die Tätigkeitsschwerpunkte, auf die sich 
Johnson Controls bezieht?

Das Unternehmen wurde 1885 in Milwaukee gegründet und gehört zu den weltweiten Marktführern in den Bereichen Automotive, Power Solutions und Building Efficiency.

  • Automotive: Das Tätigkeitsspektrum umfasst die Herstellung von Autositzen, Innenausstattungen, Instrumententafeln, Dachhimmeln, Türverkleidungen und Innenraumelektronik
  • Power Solutions: Herstellung von Bleisäure-Batterien, Hybrid-Batterie Lösungen und Steuerelektronik für Batterien.
  • Building Efficiency: In diesem Geschäftsbereich sind die Aktivitäten für integriertes Gebäudemanagement,  Kälte- und Klimasysteme, Gebäudeautomatik, Sicherheitstechnik, Energieeffizienz und Facility Management zusammengefasst.


Welches Produkt von 
Johnson Controls hat dich am meisten begeistert?

Das ist ganz klar das Produkt „Erfolgsgarantievertrag“ und das ist auch der Grund, warum ich zu Johnson Controls gegangen bin. In vielen kommerziellen Gebäuden (Bürogebäude, Kliniken, Verwaltungen, etc.) lassen sich die energiewirtschaftlichen Betriebskosten nicht selten im zweistelligen Prozentbereich senken.

Der Erfolgsgarantievertrag bietet Gebäudebesitzern eine Möglichkeit, Sanierungsmaßnahmen bei Beleuchtung, Heizung, Lüftungs- und Klimaanlagen, etc. umzusetzen, ohne eigenes Geld zu investieren. Die technischen Investitionen refinanzieren sich durch Einsparungen bei den Energie- und Wartungskosten und die Investitionssumme kann durch Johnson Controls vorfinanziert werden. Auf die Einsparungen erhält der Kunde eine Garantie: Sollten die garantierten Einsparungen nicht zu erzielen sein, erhält er die Differenz entweder jährlich oder am Vertragsende erstattet.


Wie ist es um die Energie-Optimierung von Gebäuden o.ä. in deiner Stadt bestellt? Musst du dort noch viel Aufklärungsarbeit leisten, z.B. bei Freunden, Kunden, o.ä.?

Es ist leider noch enorm viel Aufklärungsarbeit notwendig. Das Thema Energieoptimierung von Gebäuden hat im privaten Kreis eigentlich kaum Aufmerksamkeit. Viele Leute machen sich keine Gedanken darüber, wie viel Technik in Gebäuden steckt und auch mit welchem Energieaufwand sie betrieben werden. Das Thema ist auch in den Medien nicht so präsent wie z.B. Erneuerbare Energien, Biokraftstoffe oder Elektromobilität.

Das ist schade, denn die Energieoptimierung von Gebäuden zählt zur Gruppe der Energie-Effizienzmaßnahmen und diese sind die effektivste und ökonomischste Form, um das Energiekonzept unserer Bundesregierung umzusetzen. Ein Euro investiert in Effizienzmaßnahmen bringt im Vergleich wesentlich mehr Energieeinsparung als ihn z.B. in Elektromobilität zu investieren.


Hattest du in deinem Studium einen bestimmten Zweig, der in die Richtung Nachhaltigkeit ging?

In meinem Studium (Internationale Betriebswirtschaft) war das kein Thema. Ich habe allerdings meine Diplomarbeit dem Thema Windenergieanlagen gewidmet. Die meisten angebotenen Studiengänge in diese Richtung haben eher einen technischen Hintergrund. Es gibt aber heute zunehmend nicht-technische Studiengänge, die sich dem Thema nähern.


Wie bist du bei der Firma 
Johnson Controls gelandet?

Mein ursprüngliches Ziel war ein Einstieg in den Bereich Erneuerbare Energien. Da gab es im Verlauf meiner Karriere immer wieder Berührungspunkte aber dann passte es doch wieder nicht ganz. Der Kontakt mit Johnson Controls kam dann über einen Bekannten zustande, die wusste, dass ich gern in diesem Bereich arbeiten wollte. Sie informierte mich, dass Johnson Controls den Bereich Energy Solutions ausbaut und dafür Leute sucht.

Den Bereich Energieeffizienz hatte ich ursprünglich nicht auf dem Schirm aber er hat einen gewaltigen Vorteil. Es erfordert keinen Technologie-Durchbruch (Speicherung erneuerbarer Energien, Reichweite von Lithium-Ionen Batterien), um Energieeffizienz in Gebäuden auf breiter Basis umzusetzen, denn die notwendigen Technologien sind hier und heute verfügbar.


Lebst du Privat auch umweltfreundlich und wenn ja wie?

Ich versuche, auch privat umweltfreundlich zu leben. Wir beziehen Ökostrom von einem zertifizierten Anbieter.

Wir kaufen unsere Lebensmittel fast ausschließlich im Bioladen um regional und saisonal zu konsumieren – gelingt nicht immer.

An unsere Heizkörper sind programmierbare Thermostate angeschlossen, die heizen wenn die Wärme gebraucht wird.

Energieverbauch war ein ausschlaggebendes Kriterium beim Kauf neuer Elektrogeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher, etc.

Natürlich kann man noch viel mehr machen aber Umweltschutz wird ja immer dann schwierig, wenn er mit der persönlichen Bequemlichkeit konkurriert – den Abfall zum Wertstoffhof bringen; nochmal zurückgehen die kleine Lampe im Bad ausmachen, bei Regen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren etc. Aber ich sehe es olympisch und versuche einfach jeden Tag aufs Neue meinen persönlichen Beitrag so gut wie möglich zu leisten.


Hier nochmal herzlichen dank an Thomas Kahlenberg der dieses Interview erst ermöglicht hat!

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