Generation und Revolution 1


In den späten 1950er Jahren passierte etwas ungemein eigenartiges auf der Insel Kōjima, einer Insel kurz vor Japan. Lyall Watson und sein Forscherkollektiv begaben sich auf diese Insel, um eine Reihe von Versuchen mit den dort angesiedelten Affen durchzuführen. Sie gaben den Affen Süßkartoffeln zu essen und zeigten ihnen, wie man diese wäscht. Es erlernten immer und immer mehr Affen die Kartoffeln vor dem Verzehr zu waschen. Als diese Fähigkeit eine bestimmte Anzahl an Affen überschritt, geschah etwas aussergewöhnliches, etwas, das jenseitig zu sein schien. Sprunghaft hat sich diese Fähigkeit nicht nur auf der Insel verbreitet, Forscher auf dem Festland und auf der ganzen Welt stellten fest, dass dieses Wissen nun auch für Affen, die diese Fertigkeit nicht erlernt hatten, zugänglich zu sein schien. Es muss also offenbar eine Verbindung zwischen den Spezies geben, die sich über Naturgesetze (unser Verständnis) hinwegsetzen kann. Watson erklärte sich diese Phänomen so: „Wenn nur genug von uns etwas für wahr halten, dann wird es für alle wahr.“

Manche stempeln dieses Phänomen als Humbug oder Esoterik ab, doch Mythos hin oder her. Heisst das, wenn wir nur genug Menschen von einer bestimmten Sache überzeugen, das diese dann wahr wird? Kann einzig der Glaube an etwas, wie zum Beispiel der vorausgesagte Weltuntergang 2012 wirklich zu einer Aktion führen?

In jeder Generation ist eine Revolution möglich. Eine Revolution, die die festgefahrenen Vorstellungen der Gesellschaft aufhebt und etwas Neues erschafft. Doch ich rede nicht von Revolutionen die mit Waffen und Kriegen geführt werden, ich denke an eine geistige Revolution. Unsere Vorstellungen über die Welt sind häufig nur Produkte vergangener Jahrhunderte. Wir sollten aufhören, an unseren begrenzten Blickwinkeln festzuhalten und uns stattdessen für neue Sachen öffnen. Denn falls wir uns nicht weiter entwickeln, werden wir untergehen.

Masse als Faktor zum Erhalt der Gesellschaft
Die Angst der Berührung durch das unbekannte verhindert allzu oft neues, besseres, anderes bzw. Veränderung. Ich gehe davon aus, dass Veränderung zwangsläufig geschehen muss, um so den Fortbestand der Menschheit sicherzustellen. Nach Darwin, nicht der stärkste, nicht der Intelligenteste, sondern nur der, der sich verändert und anpasst überlebt. Deshalb glaube ich, es wäre durchaus von Vorteil für uns alle, dieses nahezu Grundzustand artige Sein, welches in uns vorkommt, wenn wir uns in einer Masse befinden, zulassen. Denn wie Canetti sagt: „[…] der Augenblick, in dem alle, die zu ihr gehören, ihre Verschiedenheiten loswerden und sich als gleiche fühlen.“ Auf einer Ebene mit der Natur, den Tieren, der ganzen Erde gestellt werden und so lernen sie zu respektieren.

 

Quelle: Elias Canetti; Masse und Macht (S.12)

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Ein Gedanke zu “Generation und Revolution

  • WilliamSi

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    Legendario.